Kirchenmusikalisches Jahrbuch

Das »Kirchenmusikalische Jahrbuch« wurde 1886 im Umkreis der katholischen kirchenmusikalischen Bewegung des Cäcilianismus gegründet, seit 1909 finanziell gefördert durch die Görres-Gesellschaft und von 1930 bis 1982 herausgegeben vom Allgemeinen Cäcilienverband.

Ursprünglich der Erforschung der Geschichte der Kirchenmusik verpflichtet, sind die wissenschaftlichen Beiträge in neuerer Zeit weiter gespannt und behandeln auch die geistliche Musik allgemein, die evangelische Kirchenmusik, die christliche Hymnologie, die Orgelmusik und -kunde. Das »Kirchenmusikalische Jahrbuch« ist das einzige deutschsprachige Periodikum seiner Art. Ergänzt wird es seit 1994 monographisch durch die im Verlag Ferdinand Schöningh erscheinenden »Beiträge zur Geschichte der Kirchenmusik«.

Herausgeber

Redaktion

Geschichte

Begründet wurde das KmJb 1886 von Franz Xaver Haberl (1840-1910) im Geiste des Cäcilianismus, der nach der hl. Cäcilia benannten und in den 1860er Jahren initierten katholischen speziell deutschen kirchenmusikalischen Restaurationsbewegung. Diese hatte in Regensburg ihr Zentrum, wo auch 1868 der „Allgemeine Cäcilienverein für die Länder der deutschen Sprache” (ACV) und 1874 die Kirchenmusikschule (heute: Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik) gegründet wurde. Vorläufer des KmJb war mit 10 Jahrgängen (1876-1885) der „Cäcilienkalender” (begründet ebenfalls von Haberl), der für die Hand des Kirchenmusikers bestimmt war und außer einem ausführlichen Kalender mit Platz für Eintragungen und Berichten über das Vereinsleben wissenschaftlich fundierte kirchenmusikgeschichtliche Beiträge enthielt. Wirtschaftlich-finanziell diente er und diente auch das KmJb in den ersten 14 Jahren “zum Besten der Kirchenmusikschule in Regensburg” (so die Angabe auf dem Titelblatt).

Haberl, der auch der erste Direktor der Kirchenmusikschule war, redigierte das KmJb bis 1907. Sein Nachfolger in beiden Funktionen wurde Karl Weinmann (1873-1929). Doch gab es für das KmJb nach dem 24. Jahrgang (1911) eine längere Unterbrechung. Danach übernahm 1930 mit dem Jahrgang 25 Karl Gustav Fellerer im Auftrag des ACV und seiner Musikwissenschaftlichen Kommission die Schriftleitung. Eine enge ideelle Verbindung und finanzielle Unterstützung bestand schon längere Zeit zur Görres-Gesellschaft. Fellerer, seinerzeit Privatdozent in Münster i. W., dann Ordinarius an der Katholischen Universität in Freiburg (Schweiz) und seit 1939 an der Universität zu Köln, formte bis 1976 in entscheidender Weise Inhalt und Stil des KmJb. Ihm folgte Günther Massenkeil, von 1966 bis zu seiner Emeritierung 1991 Ordinarius an der Universität Bonn, der bis einschließlich 2011 die Publikation ausschlaggebend prägte. Seit 2012 liegt die Herausgeberschaft bei Ulrich Konrad, seit Wintersemester 1996 Ordinarius für Musikwissenschaft und Vorstand des Instituts für Musikwissenschaft an der Universität Würzburg.

Verlegerisch betreut wurde das KmJb bis 1935 von Pustet (Regensburg), danach von Bachem (Köln), ab 1956 von der Fa. Luthe (heute Luthe Druck und Medienservice KG Köln) und ab 2004 vom Verlag Ferdinand Schöningh (Paderborn).

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